Dokumentation Lesezelt

Das Lesezelt der Bürgerstiftung Augsburg ist ein großer Erfolg geworden. Seit vier Jahren erfreut es sich großen Zuspruchs von Seiten der Besucherinnen und Besucher im Botanischen Garten der Stadt.

Das Lesezelt: Das ist Lesen mal ganz anders. Eine Lesereise für Kinder und Jugendliche rund um den Globus. Eine Broschüre beschreibt die Arrangements und Aktivitäten im Sommer 2004.

Zur Broschüre (PDF-Datei, 3.4 MB)

Förderkurs „Mathe macht Spaß“ für Grundschüler

Universität Augsburg, Lehrstuhl für Didaktik der Mathematik, Prof. Dr. Volker Ulm

An zwei Augsburger Grundschulen wurden im Februar 2008 drei Förderkurse „Mathe macht Spaß“ als Kooperationsprojekt zwischen der Bürgerstiftung Augsburg und der Universität Augsburg eingerichtet. Im Schuljahr 2007/08 erteilten 8 Studierende für das Lehramt an Grundschulen insgesamt 86 Unterrichtsstunden als zusätzliches Lernangebot für insgesamt 55 Schüler (davon 29 mit Migrationshintergrund) aller Klassenstufen. Die Initiative versteht sich als Angebot für mathematisch begabte als auch für leistungsschwächere Schüler, die durch die zusätzliche Förderung tieferes Grundverständnis für Mathematik entwickeln sollen. Gleichzeitig ist es Ziel, bei allen Kindern Freude und Begeisterung für mathematische Inhalte zu steigern sowie ihre Leistungsfähigkeit und ihre allgemeinen Kompetenzen in diesem Fach zu fördern.

Die Studierenden unterrichten wöchentlich jeweils zwei Stunden eigenverantwortlich, werden allerdings bei der Vorbereitung des Unterrichts von einer Mitarbeiterin der Universität angeleitet. So erhält die fachdidaktische Ausbildung an der Universität hohen Praxisbezug, gleichzeitig profitieren die beteiligten Schulen bzw. die Schüler von der Initiative.

Das Konzept zum Projekt wurde nach den Prinzipien des neuen, veränderten Mathematikunterrichts in der Grundschule (z. B. im Sinne von SINUS Grundschule) erstellt und betont Mathematik als Feld für Kreativität.

Im Einzelnen wird die Initiative folgendermaßen organisiert:

  • Das wöchentliche Lernangebot, meist zwei Themen aus den Bereichen der Grundschulmathematik, wird von den beteiligten Studierenden kooperativ mit der Projektleiterin aufbereitet. Dabei lernen die Lehramtsstudierenden vor allem die Didaktik der natürlichen Differenzierung und des aktiv-entdeckenden Lernens kennen.
  • Die Studierenden skizzieren den Unterrichtsverlauf schriftlich und stimmen ihn mit der Projektleiterin ab.
  • Die Studierenden arbeiten in den drei Kursen eigenverantwortlich. In der Regel findet Teamteaching von 2 – 3 Studierenden pro Kurs statt.
  • Die Stundenverläufe und Schülerergebnisse werden in der Gruppe der Studierenden gemeinsam mit der Projektleiterin nachbesprochen und ausgewertet.

Die Studierenden erwerben so über einen längeren Zeitraum durch die Planungsarbeit im Team, durch ihre eigenverantwortliche Unterrichtstätigkeit und den engen Praxisbezug in direkter Verbindung mit der Hochschulausbildung wertvolle Kenntnisse und Erfahrungen. Zwei Studentinnen entwickeln daraus ihre Schriftliche Hausarbeit für das Erste Staatsexamen.

Mathe in der Freizeit

Nachdem das Matheprojekt im Kinderhort so großen Anklang gefunden hat, konnte die zweite Schiene an der Adelhoch-Volksschule in Pfersee, ins Leben gerufen werden. Das Projekt findet jeden Mittwoch um 14:15 Uhr, in den Räumlichkeiten der Adelhochschule statt und dauert 1 ½ Stunden.

Bei dieser Schiene des Projekts „Mathelernen mit Spaß“ gibt es zwei Gruppen. Birgit Handtrack und Kathrin Korn betreuen die Schüler der 4. Klassen. Alexandra Gordei und ich sind für die Schüler aus drei dritten Klassen zuständig. Die Gruppengröße unterscheidet sich zur Gruppe im Kinderhort. In unserer Gruppe gibt es 22 Kinder, die regelmäßig teilnehmen. Wir haben es somit jede Woche mit der gleichen Gruppe zu tun, können somit sehr gut planen und auf jeden einzelnen Schüler eingehen.

Die Schüler bekommen jede Woche neue Matheaufgaben und Mathespiele von uns zur Verfügung gestellt. Diese Aufgaben betreffen sowohl den Bereich Arithmetik, sowie den Bereich Geometrie. Auch hier steht das Spielerische und ein neuer Zugang zur Mathematik im Vordergrund. Besonders große Freude hatten die Kinder beim Legespiel „Das magische Ei“, bei dem die Kinder auf den ersten Blick gar nicht bemerkten, dass es hierbei auch um Mathematik geht.

Jeder unserer Schüler führt ein Heft, in dem die Aufgaben gerechnet und die Merksätze vermerkt werden. Diese Hefte werden jede Woche nach dem Matheprojekt von uns korrigiert und wir können uns dadurch über den jeweiligen Leistungsstand der Kinder informieren.

Wir haben uns schon sehr an unsere 22 Kinder gewöhnt und freuen uns, dass sie schon viele Fortschritte gemacht haben.

Betty Schoen

Mathe? Spielerisch?

Unglaublich wie schnell die Zeit verging… Seit Februar 2008 ging ich mit zwei anderen Studenten des Lehrstuhls für Didaktik der Mathematik an der Universität Augsburg.in den Hort Maria Stern in Pfersee. Dort vermittelten wir Kindern spielerisch Mathematik. Wie? Mathe? Spielerisch? Geht das beim Rechnen denn? Diese und ähnlich Fragen liegen bei dem Gedanken schnell auf der Zunge. Wie geht es trotzdem? Nun, mit einer Gruppe von im Durchschnitt 10 Kindern machen wir zum Beispiel Spiele, bei denen es darauf ankommt, sich zu konzentrieren, Zahlen in einen größeren Zusammenhang zu bringen und die Mathematik von einer neuen Seite kennen zu lernen. So machte den Kindern zum Beispiel das Symmetriememory große Freude, bei dem es darauf ankommt, passende Halbfiguren zu einer symmetrischen Figur zu ergänzen. Auch beim Erstellen eigener symmetrischer Faltschnitte oder Muster ließen die Kinder ihrer Fantasie freien Lauf. Die bunten und interessanten Ergebnisse werden mit Plakaten auch den anderen Hortkindern, Erziehern und Eltern sichtbar und zugänglich gemacht. Beim Klatschen von Rechenaufgaben sowie dem Training des 1×1 anhand verschiedener Bingoformen haben die Kinder viel Spaß. Wichtig bei der ganzen Arbeit im Projekt: „Mathe lernen mit Spaß“ ist stets, dass die Kinder nicht unter Zeit- oder Leistungsdruck stehen. Sie haben die Möglichkeit in ihrem eigenen Tempo Sachverhalte zu durchdringen, die sie interessieren. Die „Kleinen“ profitieren hierbei oft von den “Großen“ und umgekehrt. Die Streuung von der ersten bis zur vierten Klasse ist hier natürlich eine Herausforderung aber auch eine starke Bereicherung. Begleitet von Frau Weigand, Assistentin von Prof. Ulm, werde ich meine ehrenamtlichen Erfahrungen in meine Abschlussarbeit einbringen.

Daniela Thannheimer

Naturwissenschaftlich experimentieren

Das Projekt „Sprachförderung durch naturwissenschaftliche Experimente“ begeisterte die zehn bis fünfzehn kleinen Forscher aus vielen Herkunftsländern sehr. Wir trafen uns jeden Montag Nachmittag für eine Stunde im Maria-Stern Hort, um gemeinsam physikalische und chemische Experimente durchzuführen.

Dabei ging es bei den Feuerexperimenten heiß her und auch bei den Temperaturversuchen war die Stimmung nie unterkühlt. Sehr spannend fanden die Dritt- und Viertklässler auch in die Welt der Elektrizität abzutauchen und die Lichtexperimente brachten ihre Augen zum Leuchten. Nach jedem Treffen bekamen die jungen Wissenschaftler eine Anleitung für weitere Versuche. Das Team hofft und denkt, bei den Kindern Interesse für die Naturwissenschaften geweckt zu haben und auch durch die Dialoge unter den Kindern sprachliche Hürden verkleinert zu haben.

Daniel Klein, Maria-Stern-Hort

Spielerisch Deutsch lernen

Im Herbst 2007 hörte ich von den neuen Plänen der Bürgerstiftung Augsburg, „Beherzte Menschen“, dass im 3-Generationen Haus Dierig Kinder mit Migrationshintergrund spielerisch Deutsch lernen, die Bewohner des Hauses aber auch an dem lebhaften Treiben teilhaben sollten.

Als Lehrerin interessierte mich das Projekt und ich engagierte mich ehrenamtlich bei der Stiftung. Mit fünf, manchmal sechs Kindern der 3. und 4. Klasse, meist türkischer Herkunft, studierten wir kleine Theaterstücke, z.B. vom Sams ein, die dann kostümiert den begeisterten Senioren vorgeführt wurden.

Theater spielen im Dierighaus

Mit Frau Maier zusammen haben wir mit den Kindern gebastelt, sie erzählten von ihren Geburtsländern, ihren besonderen Festen, sie brachten Fotoalben mit und gewannen dabei Sicherheit in der deutschen Sprache. Deutsche und heimatliche Weihnachtslieder wurden ebenso gesungen wie Volkslieder der unterschiedlichen Nationalitäten.

Kinderwitze wurden gelesen, erzählt und dadurch verstanden. Und was den Kindern bei den wöchentlichen Übungen Spaß machte, begeisterte die Senioren, besonders wenn jongliert oder Gedichte vorgetragen wurden.

Nach den Ferien werden wir mit neuen Kindern das Projekt fortsetzen, das auch bei den Eltern großen Zuspruch findet. Die gemeinsame Abschlussfeier mit Kindern, Eltern und auch den Senioren hat gezeigt, dass „Lernen mit Spiel und Spaß“ ein guter Weg zu guten Schulnoten ist.

Ulrike Enders, 3-Generationenhaus, Dierig