Opfer der „Aktion T4“

Die Bürgerstiftung Augsburg unterstützt die Sonderausstellung „Ermordet in Grafeneck, Hartheim und Pirna-Sonnenstein. Die Opfer der Aktion T4 aus Bayern“ am Erinnerungs- und Lernort „Halle 116“.

Die Ausstellung erzählt anhand von 14 persönlichen Biografien die Lebensgeschichten bayerischer Opfer der nationalsozialistischen Krankenmorde. Sie macht das Schicksal von Menschen sichtbar, die aufgrund geistiger Beeinträchtigungen oder psychischer Erkrankungen stigmatisiert, verfolgt und schließlich ermordet wurden. Weitere Informationstafeln ordnen die Verbrechen historisch ein und beleuchten die Hintergründe der sogenannten „Aktion T4“. Die Abkürzung „T4“ stand für die Berliner Adresse Tiergartenstraße 4, dem Sitz der Zentraldienststelle, die die Krankenmorde in der Zeit des Nationalsozialismus systematisch organisierte.

Zur Vernissage in der Schotte 4 begrüßte Bürgermeister Bernd Zitzelsberger die Gäste. Daniel Hildwein von der Gedenkstätte und dem Dokumentationszentrum Grafeneck stellte die Ausstellung vor. Mehr als 7.600 Menschen aus bayerischen Heil- und Pflegeanstalten wurden 1940 und 1941 im Rahmen der nationalsozialistischen „Aktion T4“ ermordet. Ihnen und ihren Lebensgeschichten widmet sich die Wanderausstellung. Eine besondere Ergänzung bilden die Beiträge lokaler Initiativen der Erinnerungsarbeit wie „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ e. V.“, VVN-BdA Augsburg und der Arbeitskreis NS-Medizinverbrechen.. Sie stellen unter anderem die Biografien Augsburger „Euthanasie“-Opfer vor und schaffen damit einen unmittelbaren Bezug zur Stadtgeschichte.

Für die musikalische Umrahmung während der Ausstellung sorgte ein Klarinettentrio des Jugendorchesters Gersthofen. Schülerinnen des Peutinger-Gymnasiums lasen Gedichte und Texte zur NS-„Euthanasie“. Die Veranstaltung wurde durch David Spenninger, Dolmetscher für Deutsche Gebärdensprache, übersetzt.

Die Ausstellung ist vom 7. November 2026 bis zum 17. Januar 2027 am Erinnerungs- und Lernort Halle 116, Karl-Nolan-Straße 2–4, 86157 Augsburg, zu sehen. Öffnungszeiten sind am Mittwoch von 10–15 Uhr, Samstag und Sonntag 11–16 Uhr. Gruppenbesuche sind nach Vereinbarung möglich. Der Eintritt ist frei.